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"Wir kümmern uns"
Autor: Frau Silke Faßen
Artikel vom 11.01.2019

Betreuungszentrum Grabungen

"Betreuungszentrum" Schloßgartenstraße / Schulstraße - Durchführung einer sog. Rettungsgrabung auf Forderung des Landesdenkmalamtes ab ca. Mitte Januar 2019

Im Zuge der baurechtlichen Anhörung des Landesdenkmalamtes zum Bauantrag des Betreuungszentrum auf den gemeindeeigenen Grundstücken kam seitens des Landesdenkmalamtes die Auflage eine Sondierungsgrabung als Voruntersuchung durchzuführen. Diese wurde Ende September 2018 durch das Landesdenkmalamt durchgeführt.

Das neu zubebauende Grundstück liegt im Bereich der archäologischen Prüffallfläche „Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Ortsbereich Mötzingen“. In direkter Nachbarschaft finden sich außerdem die Prüffallflächen „Abgegangene (Wasser)Burg und (abgegangenes) Schloss“ und „Merowingerzeitliche Reihengräber“.

Die Voruntersuchung durch das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2018 erbrachte Funde des Frühmittelalters (7./8. Jh.). Diese konnten aus Erdverfärbungen, sog. Befunden, geborgen werden, die sich als Gruben und Pfostenlöcher einer Siedlung interpretieren lassen. Nach dieser Lage der Dinge enthält das Grundstück zahlreiche archäologische Befunde und Funde, die als Kulturdenkmale gemäß § 2 DSchG gelten und der Erhaltungspflicht nach § 6 DSchG unterfallen. Die Prospektion lässt den Schluss auf weitere Siedlungsüberreste zu.

Deshalb muss nun eine genauere Untersuchung der Fläche erfolgen. Hierfür musste die Gemeinde ein durch das Landesdenkmalamt zugelassenes Unternehmen beauftragen. Die ArchaeoBW GmbH aus Gerlingen wurde daher mit diesen Arbeiten beauftragt.

Ein Bauvorhaben auf den Grundstücken wird zur unwiederbringlichen Zerstörung geschützter Denkmalsubstanz führen. Um dem öffentlichen Erhaltungsinteresse zu genügen und das Bauvorhaben dennoch zu ermöglichen, bedarf es daher zum wenigstens Erhalt des Dokumentwerts der zu erwartenden Befunde und Funde für künftige Generationen vor Beginn der Baumaßnahmen einer archäologischen Rettungsgrabung. Die Kosten dieser Rettungsgrabung sind durch die Gemeinde als Grundstückseigentümer zu tragen. Ziel der Rettungsgrabung ist es, mögliche Befunde und Funde fachgerecht zu dokumentieren und zu bergen. Würde die Gemeinde diese Arbeiten nicht durchführen lassen, würde die Baugenehmigung für die Errichtung des Betreuungszentrums somit nicht erteilt. Die Arbeiten sind also zwingend erforderlich, um das Betreuungszentrum erfolgreich weiter bearbeiten zu können.

Ab Mitte Januar 2019 findet auf dem Grundstück Schloßgartenstraße / Schulstraße daher eine archäologische Ausgrabung statt. Diese wird von der ArchaeoBW GmbH durchgeführt und etwa acht bis zehn Wochen dauern. Das Grabungsteam wird nach Resten aus der frühen Geschichte Mötzingens suchen und diese fachgerecht dokumentieren.

Jeder Befund und Fund wird also dokumentiert und so auch als ein, vielleicht sogar bisher unbekannter, Teil der Ortsgeschichte bewahrt.

Zeitgleich zu den Arbeiten vor Ort findet im Büro der Archaeo BW GmbH die Aufarbeitung der gesammelten Daten und Funde statt. Dieses effiziente Vorgehen macht es möglich, dass die Arbeit auf der Fläche so schnell wie möglich abgeschlossen werden kann und die eigentliche Bautätigkeit mit dem Betreuungszentrum starten kann.

Sollten während der Ausgrabung Fragen oder Probleme wie z. B. eine starke Verschmutzung der Verkehrswege oder unsachgemäßer Lärm auftreten, können Sie sich gerne an folgenden Kontakt wenden: Herr Marcel C. Hagner (Geschäftsleitung ArchaeoBW), Telefon (07433) 30 93 60 1, E-Mail: m.hagner@archaeobw.de oder an die Gemeindeverwaltung Mötzingen, Bürgermeister Marcel Hagenlocher, Telefon (07452) 88 81 - 10.

Wenn Ihnen Personen auffallen, die sich unbefugt Zugang zur Grabungsfläche verschaffen, bitten wir Sie, sich ebenfalls mit Herrn Hagner von Archaeo BW oder mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung zu setzten.